Hast Du nur einen Segen?

Diese Frage stellt Esau seinem Vater Isaak, als er von der auferlegten Jagt wieder nach Hause zurückkehrt um den Vatersegen zu empfangen (siehe 1. Mose / Genesis 27). Sein Bruder Jakob war schneller. Er hatte ihn zum wiederholten Mal überlistet und hatte sich nun das Erbe und den Segen der von Vater zu ältestem Sohn weitergegeben wird erschlichen. Sicher Esau hatte ihm das Erstgeburtrecht gegen ein Linsengericht abgetreten. Aber sooo ernst hatte er es nicht gemeint. Er hoffte immer noch, dass sein Vater im nun doch den so ersehnten väterlichen Segen erteilen würde.

Segen, was ist das eigentlich? Segen ist der Zuspruch Gottes an die Menschen. Wir Menschen wissen, dass wir eines Zuspruches, einer Hoffnung bedürfen. Etwas soll uns tragen. Wir erhoffen uns Bestand auf unseren Wegen.

Bei der Taufe werden wir gesegnet. Zumeist bei der Einschulung, beim Entlassgottesdienst. Bei der Trauung erhalten wir den Segen. Jedes Mal wenn wir in den Gottesdienst gehen verlassen wir diesen mit den Segen Gottes. Oft ist es der sogenannte Aaronitsche Segen. Gott hatte den Bruder des Mose beauftragt diese Segen zuspenden. Er wird auch als der Priesterliche Segen bezeichnet.

Gott segne dich und behüte Dich.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig
Gott erheben sein Angesicht auf dich und + gebe dir Frieden.

Für Jakob klang der Segen anders. Der Vatersegen war konkreter.

Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde und Korn und Wein die Fülle. Völker sollen dir dienen, und Stämme sollen dir zu Füßen fallen. Sei ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Söhne sollen dir zu Füßen fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet!

Hier geht es um konkrete Segnungen. Fettigkeit der Erde, Korn und Wein in Fülle. Reichtum und Wohlstand. Immer zu Essen und zu Trinken. Für einen Menschen der in der Wüste lebt, signalisiert dieses ein angenehmes Leben. Aber auch die HERRschaftsstrukturen werden festgeschrieben. Es ist klar wer es von nun an zu sagen hat.

Esau hingegen hat viel schlechtere Karten:

Esau sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur „einen“ Segen, mein Vater? Segne mich auch, mein Vater! Und er erhob seine Stimme und weinte.
Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe, du wirst wohnen ohne Fettigkeit der Erde und ohne Tau des Himmels von oben her. Von deinem Schwerte wirst du dich nähren, und deinem Bruder sollst du dienen. Aber es wird geschehen, dass du einmal sein Joch von deinem Halse reißen wirst.

Esau bleibt nur die Hoffung des letzten Satzes: Einmal wirst du das Joch deines Bruder von Halse reißen können. Einmal wirst du selbst herrschen können als Vater über deine eigene Familie. Einmal wirst du selbst einen Vatersegen erteilen können.

Es bleibt ein fader Geschmack zurück. Dennoch Esau bekommt einen Segen, wenn gleich er nicht den bekommt den er erhofft hat.

Gott hat nicht nur einen einzigen Segen. Gott spendet den Menschen Segen schon alleine dadurch, dass täglich die Sonne wieder aufgeht und der Tag beginnt.

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Jahreslosung 2007

Gott spricht: Siehe ich will ein Neues schaffen! Jetzt wächst es auf! Erkennt ihr’s denn nicht?

Mit diesen Worten stellen die christlichen Kirchen sich den Jahr 2007.

  1. Gott verspricht uns etwas Neues: hier wird in die Zukunft hineingesprochen. Eine Verheißung für die Menschen, die Gottes Wort folgen. In der Welt ändert sich etwas. Wir dürfen gespannt sein, was dieses wohl seien kann.
    Ist es der neue gewählte Kongress in den Vereinigten Staaten von Amerika? Werden die Demokraten es schaffen eine neue Politik zu machen? Die nächsten zwei Jahre werden spannend.
    Gott nutzt immer wieder, wie uns Deuterojesaja zeigt, auch Menschen, die nicht zu seinen Nachfolgern gehören in seinem Sinne. Das beste Beispiel ist Kyros. Dieser befreite die Israeliten aus Babylon und finanzierte den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem.
  2. Wesentlich präsentischer ist schon der Satz(teil): Jetzt wächst es auf. Nun ist es schon da. Wir Menschen können das Grass wachsen sehen. Die Zukunft beginnt im hier und heute. Das Reich Gottes ist bereits angebrochen. Wir brauchen nicht zu warten. Es geht gleich los. Auch wenn sich das Neue erst herauskristalisieren muss.
  3. Augen auf. Erkennt ihr es denn nicht? Vergesst, was ihr bis hierher für in Stein gehauen kennt. Augen auf für das Neue, für die kleine und großen Änderungen, die sich abzeichnen am Horizont.

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